Finanzierung der außerklinischen Intensivpflege – was Familien wissen sollten

Finanzierung der außerklinischen Intensivpflege – was Familien wissen sollten

03.09.2025

Viele Familien stehen plötzlich vor der Frage: Wie lässt sich außerklinische Intensivpflege finanzieren und wer trägt die Kosten? Die wichtigste Nachricht gleich vorweg: Die medizinisch notwendige Versorgung ist durch die Krankenkassen abgesichert. Von unserer Seite entstehen Ihnen oder Ihren Angehörigen keine zusätzlichen Kosten. In manchen Wohngemeinschaften fallen zusätzlich Miete oder Nebenkosten an, bei MVM Intensiv jedoch nicht: Unsere Wohngemeinschaften sind für Familien vollständig kostenfrei.

Wer übernimmt die Kosten?

Rechtsgrundlage ist § 37c des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V). Er garantiert den Anspruch auf außerklinische Intensivpflege. Die medizinisch notwendige Versorgung wird also in aller Regel von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Dazu gehören verschiedene Leistungen, die im Alltag eine sichere Versorgung ermöglichen:

  • Behandlungspflege durch speziell ausgebildetes Fachpersonal rund um die Uhr. Dies umfasst etwa die Überwachung der Vitalfunktionen, das rechtzeitige Eingreifen bei Notfällen sowie die Durchführung ärztlich verordneter Maßnahmen.
  • Einsatz moderner medizinischer Geräte wie Beatmungsgeräte, Monitoring-Systeme oder Absaugtechnik. Diese Geräte sichern die lebensnotwendigen Funktionen der Patienten und sind ein zentraler Bestandteil der Versorgung.
  • Bereitstellung und Kostenübernahme notwendiger Verbrauchsmaterialien wie Kanülen, Schläuche oder Katheter, die regelmäßig gewechselt und ersetzt werden müssen.

Die Pflegeversicherung ergänzt diese Leistungen. Sie übernimmt Kosten, die nicht medizinisch, sondern pflegerisch oder entlastend sind. Dazu zählen zum Beispiel Unterstützung bei der Körperpflege, Hilfen bei der Mobilisation sowie Angebote, die Familien im Alltag spürbar entlasten.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

  • Es muss ein besonders hoher Bedarf an Behandlungspflege bestehen, der über die normale häusliche Krankenpflege hinausgeht.
  • Es muss die Notwendigkeit einer kontinuierlichen, also 24-stündigen Überwachung durch Fachpersonal gegeben sein.
  • Es muss sichergestellt sein, dass die Pflege im häuslichen Umfeld oder in einer Wohngemeinschaft organisatorisch und fachlich sicher umgesetzt werden kann.

Seit dem GKV-IPReG (2020) und der seit Juli 2025 gültigen Außerklinischen Intensivpflege-Richtlinie (AKI-RL) gelten bundesweit einheitliche Regeln. Das sorgt für Transparenz und Rechtssicherheit, unabhängig vom Wohnort.

Welche Kosten fallen für Familien an?

In vielen Intensivpflege-Wohngemeinschaften müssen Bewohner zusätzlich Miete oder Nebenkosten zahlen. Auch Umbauten im eigenen Zuhause, etwa barrierefreie Badezimmer oder Aufzüge, werden nicht immer vollständig übernommen. Private Zusatzleistungen, die über die ärztlich verordnete Pflege hinausgehen, können ebenfalls zusätzliche Kosten verursachen. Hier können Pflegekasse, Sozialhilfeträger oder Eingliederungshilfe einspringen. In unseren Wohngemeinschaften entstehen darüber hinaus keine Miet- oder Nebenkosten.

Praktische Tipps für Familien

Um die Beantragung und Finanzierung der außerklinischen Intensivpflege zu erleichtern, empfiehlt es sich, einige Schritte von Anfang an sorgfältig zu beachten:

  • Frühzeitig Beratung einholen: Nehmen Sie so früh wie möglich Kontakt mit Ihrer Krankenkasse oder einer spezialisierten Pflegeberatung auf. Dort erhalten Sie Unterstützung zu den zuständigen Leistungsträgern und den erforderlichen Nachweisen.
  • Pflegedienst hinzuziehen: Ein spezialisierter Intensivpflegedienst wie MVM Intensiv unterstützt nicht nur bei der pflegerischen Versorgung, sondern auch bei der Antragstellung, Kommunikation mit den Kassen und organisatorischen Fragen.
  • Wichtige Unterlagen sammeln: Dazu gehören insbesondere die ärztliche Verordnung für außerklinische Intensivpflege, Krankenhaus-Entlassungsberichte, Arztbefunde sowie Gutachten des Medizinischen Dienstes. Eine vollständige Dokumentation beschleunigt die Bearbeitung und erhöht die Chance auf eine reibungslose Bewilligung.

Fazit: Finanzielle Sicherheit ohne Eigenkosten

Die Finanzierung der außerklinischen Intensivpflege ist durch klare gesetzliche Grundlagen abgesichert. Während die Krankenkasse die medizinische Versorgung trägt und die Pflegekasse ergänzende Leistungen finanziert, werden Familien nicht alleine gelassen. Mit MVM Intensiv haben Sie nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch organisatorische Unterstützung.

Quellen